CDU-Fraktion kämpft für die Aufrechterhaltung des Fährbetriebs

Johann Gottfried Tulla schuf durch die ab 1817 begonnene Rheinbegradigung den Inselstatus der heutigen Kollerinsel, jenes Gebiets, welches bereits davor als noch rechtsrheinische Halbinsel zu Brühl gehört hatte. Obwohl nunmehr linksrheinisch, sicherte der Staatsvertrag zwischen Bayern und dem Großherzogtum Baden von 1840 die Zugehörigkeit der Kollerinsel zum badischen Brühl.

Mit einem kurzen historischen Abriss über die Geschichte der Kollerinsel stimmte Alt-Gemeinderat Winfried Geier die zahlreich erschienenen Teilnehmer, die der Einladung der CDU Brühl/Rohrhof auf die Kollerinsel gefolgt waren, auf den Rundgang über das beliebte Naherholungsgebiet der Hufeisengemeinde ein. Auf einer mitgebrachten Karte zeigte Geier die Maßnahmen der Rheinbegradigung und erläuterte deren Bedeutung für die Entwicklung der Region. Durch die Kanalisierung, so erläuterte er sachkundig, konnte nicht nur die Schiffbarmachung erreicht, sondern auch das Sumpfgebiet trockengelegt werden, was zu einer erheblichen Verbesserung des Klimas im Rheingraben führte und damit die Grundlage für die attraktive Wohnlagen in den Städten und Gemeinden entlang des Rheins schuf.

Nach einer ersten Einführung ging es mit der Kollerfähre über den Strom auf die Insel, wo die Gruppe von Hartmut Erny, der mit seiner Frau Gabi das Pferdeland und das dortige Restaurant betreibt, herzlich empfangen wurde. Am alten Fährhaus gaben Erny und Geier gemeinsam einen Überblick über die Inselgeschichte, die in früheren Zeiten besondere wirtschaftliche Bedeutung für das Ziegeleihandwerk hatte, da die Ziegler dort ihre Rohstoffe gewannen. War die Insel somit einst auch Wirtschaftsfaktor für Brühl, dient sie heute der ganzen Region als Erholungsgebiet und Refugium, um sich vom stressigen Alltag zu erholen.
Die bereits 1926 erstmals in Betrieb gegangene Fähre, die ihren Weg einst über Stationen an der Ostsee und Köln nach Brühl gefunden hatte, ist Geier ein wichtiges Anliegen. Durch das hohe Alter sei der Weiterbetrieb aufgrund der hohen Reparaturkosten ernsthaft gefährdet – wodurch der direkte Zugang der Brühler zu diesem Teil der Gemarkung und dem besonders für Ausflügler im Sommer sehr beliebten Naherholungsgebiet abgeschnitten wäre.

Die fast vollzählig anwesenden Mitglieder der CDU-Gemeinderatsfraktion versicherten einhellig, dass man sich um eine Lösung für den Weiterbetrieb bemühen werde. Gerhard Stratthaus, der ehemalige Brühler Bürgermeister und Finanzminister a. D., versprach außerdem, er werde sich persönlich mit seiner Nachfolgerin Edith Sitzmann in Verbindung setzen, um für die Brühler Fähre zu werben. Da die Fähre im Auftrag des Landes Baden-Württemberg betrieben wird, liegt der Schlüssel zur nachhaltigen Sicherung in Stuttgart.
Weiter ging es über den Deich, vorbei am Pferdeland, zur Polderschleuse. Hier erläuterten Geier und Erny die Funktion des im Jahr 2006 eingeweihten Hochwasserpolders, der die stromabwärts liegenden Städte und Gemeinden vor Schäden bewahren soll und bei Überschreiten des Hochwasserpegels in Worms geflutet wird. Um dem Wasserdruck standzuhalten, ist der Durchlassbereich umfassend mit Steinen ausgelegt, damit das Erdreich nicht weggeschwemmt werden kann. Auch finanziell ist der Polder ein grenzüberschreitendes Projekt, das vom Land Rheinland-Pfalz mitfinanziert wurde.
Abschließend kamen die Teilnehmer schließlich auf der Terrasse des Pferdelands zusammen und hatten die Möglichkeit, auch mit den Gemeinderatskandidaten der CDU Brühl / Rohrhof ins Gespräch zu kommen. In seinem Schlusswort appellierte Winfried Geier an alle, die Kollerinsel zu besuchen, um ihren Stellenwert als Naherholungsgebiet für Brühl zu erhalten und auch dem Land in Stuttgart zu signalisieren, dass der Erhalt der Kollerfähre gut investiertes Geld für die Region darstellt.

« Eisenmann lobt vorbildhaften Modellcharakter Über 100 Kinder finden 540 Ostereier im Nu »