Mit fast 300 Teilnehmern erhielt die Nahverkehrsumfrage der CDU Brühl/Rohrhof überwältigenden Zuspruch, freute sich Gemeinderatsfraktionschef Michael Till über das Ergebnis. Die Umfrage war über den Jahreswechsel in den Monaten Dezember und Januar durchgeführt worden und umfasste Antwortmöglichkeiten sowohl über die Homepage des Ortsvereins als auch analog in Form des im Adventsblickpunkt 2018 veröffentlichten Fragebogens. Von letzterem wurde rege Gebrauch gemacht, fast ein Drittel der Rückmeldungen ging über den Briefkasten am Rathaus ein.

Nicht nur der Rücklauf zeugt von einem großen Erfolg, auch die Qualität der Antworten überzeugt, betont Vorsitzender Kenneth Gund, ergänzend zu den Fragebögen erhielt die CDU zudem viele direkte Zuschriften mit sehr sachlichen und konstruktiven Vorschlägen. Das Ergebnisbild besonders der leicht zu fassenden Benotungsfragen ist entsprechend differenziert: insgesamt erhält der Busverkehr in Brühl die Note 3 – befriedigend. Dabei zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede in den Kategorien. So wurde die Qualität der eingesetzten Fahrzeuge mit 2,8 verhältnismäßig gut bewertet, bei Pünktlichkeit (3,7) und besonders der Kapazität (4,0) signalisierten die Teilnehmer jedoch großen Handlungsbedarf.

Dass es sich hierbei nicht um Momentaufnahmen handelt, verdeutlicht die Struktur der Teilnehmer. Mehr als 53% der Befragten besitzen eine Jahreskarte, hinzu kommen noch einige BahnCard-Inhaber, die ebenfalls zu den Vielfahrern gezählt werden müssen. Entsprechend ist auch die Nutzungsfrequenz, die Hälfte der Teilnehmer fährt täglich bzw. mehrmals pro Woche, lediglich 2,5% der Teilnehmer gaben an, den Bus nicht zu nutzen.
Sehr deutlich ist auch die Ausrichtung der per ÖPNV zurückgelegten Verkehrsströme, 85% gaben als Ziel den Mannheimer Hauptbahnhof an, die Endstelle der Linie 710. In dieser Frage waren Mehrfachnennungen möglich, doch folgt der Bahnhof Schwetzingen, das andere Ende der Linie 710, mit 52% deutlich abgeschlagen auf Rang zwei. Der Bahnhof Rheinau wird immerhin noch von 35% angesteuert, zu vernachlässigen ist hingegen die Hochschule Mannheim, die nur von 12% der Befragten genannt wurde.

Obwohl Umsteigen mehrheitlich von 58% akzeptiert wird, sind immerhin 42% für Direktverbindungen. Angesichts der Betonung des Mannheimer Hauptbahnhofs als Ziel bzw. Umsteigeknoten, ist dies daher auch als klares Plädoyer für eine Beibehaltung der Direktverbindung zu verstehen, während Anschlussmodelle z.B. mit Übergang zur Stadt- oder S-Bahn in Rheinau auf wenig Zustimmung stoßen. Dieses bereits im Spätverkehr praktizierte Modell, wird lediglich von 23% der Befragten auch genutzt.

Im Spätverkehr zeigt sich allerdings ebenso wie bei der Bezuschussungsoption des Rhein-Neckar-Tickets durch die Gemeinde Brühl, dass diese Angebote vielen Teilnehmern gar nicht bekannt waren, obwohl die Rückmeldungen nahezu ausschließlich von ÖPNV-Nutzern stammen.

In den detaillierten Rückmeldungen wurde denn auch wiederholt der dringende Wunsch nach Verbesserungen in Richtung Heidelberg laut, 65% der Teilnehmer sprachen sich hierfür aus, eine Verbindung nach Walldorf nannten hingegen nur 12%. Bevor Überlegungen zur konkreten Ausgestaltung eines solchen Angebots angestellt werden können, sollte allerdings zunächst das Thema Anschlussqualität in den Fokus gerückt werden, hier vergaben über 60% der Teilnehmer die Schulnote ausreichend und schlechter.
Mit der Schulnote 3 steht der ÖPNV in Brühl verhältnismäßig gut da und bewegt sich in einem ähnlichen Bereich wie das Angebot in Heidelberg, welches zuletzt die Note 2,9 im Kundenbarometer erhielt.

Forderungen der CDU Brühl/Rohrhof:

- Kapazitätssteigerung im Berufs- und Schülerverkehr

- Getaktete Anbindung an die S-Bahn

- Schnellbus Schwetzingen – Heidelberg

- Ausbau des Bahnhofs Schwetzingen zur Nahverkehrsdrehscheibe

- Zusätzliches Fahrtangebot im Spätverkehr und am Wochenende

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